Catala ist eine Programmiersprache für Recht als Code, entwickelt als Forschungsprojekt bei Inria, dem französischen nationalen Forschungsinstitut für Informatik. Nutzer formulieren die Regeln eines Gesetzes in Catala; ein Compiler wandelt sie in ausführbaren Code um, etwa für Berechnungen von Sozialleistungen. Die aktuelle Version 1.3.0 wurde am 30. September 2026 veröffentlicht und bringt ein Build-System und Editor-Werkzeuge für große Projekte. Der Quellcode steht auf GitHub unter der Apache-2.0-Lizenz.
Catala hat keine Cloud des Anbieters: Die Sprache wird auf den eigenen Rechnern installiert und betrieben, sodass keine Kundendaten an den Betreiber übertragen werden. Inria ist eine öffentliche Forschungseinrichtung mit Sitz in Frankreich; die französische Familienleistungskasse CNAF hat eine Partnerschaft mit Inria vereinbart, um zum Projekt beizutragen. Für eine europäische Organisation ist die Sprache eine quelloffene Alternative zu proprietären Regel-Engines, in denen Gesetze abgebildet werden. Da es sich um eine Sprache und nicht um einen gehosteten Dienst handelt, betrifft die Governance-Frage vor allem, welche Gesetzestexte kodiert werden und wer sie pflegt.