Cloud Custodian ist eine Open-Source-Regelengine zur Verwaltung von Cloud-Umgebungen. Richtlinien werden in einer YAML-basierten Sprache geschrieben, mit der Ressourcen gesucht, gefiltert, mit Tags versehen und mit Aktionen belegt werden. Das unterstützt Cloud-Sicherheit, Kostenoptimierung und Governance, etwa bei der Tag-Einhaltung, dem Aufräumen ungenutzter Ressourcen und dem Abschalten von Systemen außerhalb der Arbeitszeit. Es arbeitet mit AWS, Azure und GCP und kann lokal, auf einer Instanz, als Docker-Container oder serverlos in AWS Lambda laufen.
Das Projekt steht unter der Apache-2.0-Lizenz und ist ein Inkubationsprojekt der Cloud Native Computing Foundation, die zur Linux Foundation gehört, deren juristische Adresse in San Francisco liegt. Einen vom Anbieter gehosteten Dienst gibt es nicht: Sie betreiben die Software in Ihrer eigenen Umgebung, sodass Richtlinien und Logs unter Ihrer Kontrolle bleiben. Die verwalteten Cloud-Konten liegen allerdings bei den unterstützten Anbietern, darunter US-Hyperscaler. Für eine europäische Organisation ist vor allem die freie Lizenz relevant: Der Code lässt sich einsehen, anpassen und unabhängig von einem einzelnen Anbieter nutzen.